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Schwerpunkt-Thema
 
Do, 12.04.2018, 19.00 Uhr, IWALEWA-Haus, Münzgasse 9, Bayreuth
 
 Die Studentenbewegung 1965 bis 1968: Der Aufstand gegen die Nazigeneration
 Vortrag und Filmdokumentation
 
 Zwei Jahrzehnte nach dem Ende des "Dritten Reiches" stellten die im Krieg oder kurz danach Geborenen die Vertrauensfrage: Sie protestierten gegen die Lüge der eigenen Eltern, mit der sie aufgewachsen waren und gegen die nach dem Krieg von Regierung und Gesellschaft betriebene Auslöschung der deutschen Schuld durch den Freispruch und die Integration der Nazi-Eliten in den neuen Staat. Die Unterstützung des Schah-Regimes wie des Völkermordes der USA in Vietnam, die Erschießung von Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 und der durch die Hetze der Springer-Presse vorbereitete Mordanschlag auf Rudi Dutschke führten dazu, dass Millionen junger Menschen sich von diesem Staat nicht mehr vertreten sahen. Ihr Aufstand führte nicht zur Revolution, sondern dazu, dass die Bundesrepublik sich ein zweites Mal gründete und zu einer wirklichen Demokratie wurde. Jürgen Habermas würdigte diesen Prozess so: "Diese Revolte war für die politische Kultur der Bundesrepublik ein Einschnitt, in den heilsamen Folgen nur übertroffen von der Befreiung vom NS-Regime durch die Alliierten 1945."

Hannes Heer, ein profilierter Protagonist der 68er Bewegung, reflektiert die Studentenbewegung im Rückblick und präsentiert seinen filmischen verspäteten Brief an seinen Vater.
 
Referent: Hannes Heer, Historiker, Hamburg
Kosten: Eintritt frei, Spenden erwünscht
Hinweis: Förderung durch das Bundesprogramm "Demokratie Leben" beantragt
Kooperation: Stadtjugendring Bayreuth; IWALEWA-Haus der Universität Bayreuth
 
 
 
Weitere Veranstaltungen:
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